logo 1Konzept


Zeitraum: 6.7.-15.7. 2012

Veranstalter: Kunstzentrat e.V. in Zusammenarbeit mit Halle6

Förderer: Landeshauptstdat München/ Kulturreferat, Bezirksausschuss Neuhausen Nymphenburg und Ausländerbeirat München

Partner: Institut für Glücksfindung, IAKB, Atelierhaus, Green City, Frapant (Hamburg), GNU Records & Publishing 


Vorbemerkung:
Der urbane Raum „München“ ist ein nahezu durchgestaltetes Gebiet. Die Stadt hat durch Verdichtung und Modernisierung einen Zustand erreicht, der als maximale Zivilisation beschrieben werden kann. Der öffentliche Raum ist gestylt, organisiert und eingeengt auf bestimmte vorgegebene Nutzungen. Vernachlässigte Gebiete mit altem Baubestand und marodem Äußeren, die Freiräume lassen für Adaptationen und experimentelle Handlungen, werden zugunsten der Gewinnmaximierung verknappt. Eine brüchige Ästhetik, die Metropolen wie Hamburg, Berlin, London oder Istanbul noch besitzen, ist in München schon Rarität. Der Gesichtsverlust des modernen urbanen Raums ist die Folge. Die Entwicklung in wachsenden Großstädten ist vergleichbar. Die Auswirkungen einer globalisierten Gestaltung auf den öffentlichen Raum müssen konsequent analysiert und konstant künstlerisch begleitet und kommentiert werden.

Konzept:
Die Neu Eröffnung ist eine Genre übergreifende Veranstaltung mit Bildender und Darstellender Kunst, Konzerten, Film, Performance, Literatur, diskursiven Elementen und Worshops.


Mit der Neu Eröffnung soll auf das Gelände zwischen Dachauerstr und Schwere-Reiter-Strasse aufmerksam gemacht werden

urbanfarmingDas urbane Gelände und seine Zerfallsprodukte werden als fruchtbarer Nährboden für neues kulturelles Wachstum definiert. Ein Feld muss bereitet, umgeackert, neu bestellt und sichtbar gemacht werden, damit es künftig eine wichtige Rolle für die Produktion von Kunst spielen kann. Man kann hier durchaus von einer Art „Urban Farming“ reden.

 

Beabsichtigt ist die aktive Gestaltung des Abbruch- und Umbauprozesses des Quartiers mit gezielten künstlerischen Kommentaren, Interventionen in die Architektur und Eingriffen in soziale und politische Vorgänge. Dazu stehen gleichberechtigt neben der stofflichen Arbeit der Bildenden Künstler die theoretisch/diskursive Analyse, architektonische Konzepte und performative Elemente.

konzept lageplanOrt:
Die Brache zwischen Lothstrasse und Schwere-Reiter-Strasse bietet in den nächsten zwei Jahren einen künstlerischen Freiraum im innerstädtischen Bereich.  Das gesamte Gelände wird überplant und soll künftig neben der Wohnnutzung ein Produktionsort für Kunst und künstlerische Berufe werden.
Durch die mehrfachen Umgestaltungsprozesse (Militär → Industrie → kulturelle Institutionen → Freie Kunstinitiativen) ist ein komplexes räumliches und kulturelles Gefüge entstanden mit Interessanten Möglichkeiten für Eingriffe in Architektur und Städtebau.

Mit der Neu Eröffnung soll begonnen werden, den Charakter dieses Ortes öffentlich sichtbar zu machen. Dazu werden KünstlerInnen eingeladen, die den Ort als Material auffassen und transformieren können.

Am Ende steht die Etablierung des künftigen Kulturschutzgebiets.



lichtRecycling:
Ausgediente Materialien, vergessene Objekte und Architekturen kennzeichnen die Stofflichkeit des Geländes. Diese Eigenschaften sollen als bildnerische Mittel nutzbar gemacht werden.

Die Verwendung von gebrauchtem Material - zum Beispiel der Kommunalen Straßenbeleuchtung oder Baumaterial aus den Abbruchbauten und Ihre Neukomposition in anderen  räumlichen Beziehungen - ist elementare Technik des „Urban Farming“ in der Definition dieses Projekts.

Demontage, Umformung und Aufbau in neuem Zusammenhang bilden das Gerüst im Sinne eines „Design brut“, das im Kontrast steht zu der üblichen geglätteten Äußerlichkeit im Stadtbild Münchens. Der Fokus wird auf die patinierten Stellen, die Spuren der Geschichte und die Unregelmäßigkeiten gerichtet. Der Hinterhof wird zum „Hotspot“ der Hochkultur.

Abfall der Zivilisation wird förmlich kompostiert und vergoren. Aus ihm wächst neues Kulturgut.

artistAiR – Artist in Residence in Zusammenarbeit mit Score-Bau
Ziel von „DieNeuEröffnung“ ist die Etablierung einer Präsenz der lokalen Akteure und der Förderung eines Austausches mit überregionalen Partnern. Die Firma Score-Bau nutzt Bürogebäude um und baut Sie als temporäre Hostels aus. Dadurch werden erschwingliche Unterbringungskontingente für KünstlerInnen und Kulturschaffende geschaffen. Ein idealer Partner für die Halle 6, die vor ort als Gastgeber fungiert und die Grundlogistik, Arbeitsplätze und lokale Organisation zur Verfügung stellt.



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